Die osteopathische Behandlung
Grundzüge der Osteopathie
Funktionsweise der Osteopathie
Geschichte der Osteopathie

Was ist Osteopathie

Die osteopathische Medizin dient vorwiegend der Erkennung und Behandlung von Funktionsstörungen. Die Diagnose durch den Arzt oder Heilpraktiker erfolgen mit spezifischen osteopathischen Techniken, die mit den Händen ausgeführt werden.

Die Anwendung osteopathischer Medizin setzt genaueste Kenntnisse der Anatomie und Physiologie voraus. Zu den Grundlagen der Osteopathie zählen die Einheit des menschlichen Körpers, die wechselseitige Abhängigkeit von Struktur und Funktion und die selbstregulierenden Kräfte im Körper

Die Osteopathie ist eine ganzheitliche manuelle Therapieform, die vor über 120 Jahren von dem amerikanischen Arzt A.T. Still begründet wurde. Auch in Deutschland wird Sie seit über 15 Jahren unterrichtet und beschäftigt sich mit den Funktionsstörungen des Bindegewebes.

Aufgrund der vielfältigen Aufgaben des Bindegewebes (Stützfunktion; Abwehrsystem; ernährende Funktion der Organe; kommunikative Funktion) sind die Therapiemöglichkeiten im akuten Fall als auch in der Prävention sehr vielfältig.

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Die osteopatische Behandlung

Die Behandlung beginnt mit einer ausführlichen Untersuchung. Im Vordergrund steht hierbei die Krankheitsgeschichte des Patienten in ihrer zeitlichen Abfolge beispielsweise Komplikationen bei der Geburt, bisherige Krankheiten, Operationen und Ernährungsgewohnheiten. Vor allem werden Gewebe mit veränderter Beweglichkeit oder Spannung ertastet.

Der Osteopath ist durch seine fundierte Kenntnis und die breite, praktische Ausbildung in der Lage, die minimalsten Bewegungseinschränkungen im Körper zu fühlen und zu interpretieren. Das ermöglicht ihm, nach den Ursachen von Beschwerden zu forschen, ausgehend von drei Bereichen:

  1. Dem Muskulär-faszial-skelettaler Bereich: der Bewegungsapparat, bestehend aus Knochen, Faszien, Muskeln, Sehnen und Gelenken.
  2. Dem Viszeraler Bereich: die inneren Organe mit ihren Blutgefäßen, Lymphgefäßen und Nervenbahnen.
  3. Dem Kraniosakraler Bereich: der Schädel, die Wirbelsäule, die Gehirn-Rückenmarkflüssigkeit, die Membranen und das Nervensystem.

Eine Behandlungseinheit dauert ca. 50 Minuten und kostet ca. 65-75 €.

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Die Grundzüge der Osteopathie enstanden aus folgenden Beobachtungen:

Der Körper bildet eine biologische Einheit.
Das unteilbare Sein des Körpers in seiner Gesamtheit ist ein Grundpfeiler der Osteopathie.
Die Einheit des Körpers zeigt sich in dessen physischen und psychischen Funktionen sowohl im gesunden wie auch im kranken Zustand. Dabei befindet sich der menschliche Organismus in einer ständigen Wechselwirkung mit seiner Umgebung. Die Struktur und die Funktion bedingen sich wechselseitig.

"Die Struktur lenkt die Funktion und die Funktion formt die Struktur." (A.T.Still).

Veränderungen der Struktur bewirken Veränderungen der Funktion und umgekehrt. Die Osteopathie nutzt die gegenseitige Abhängigkeit von Struktur und Funktion in der Diagnose und Therapie durch den Einsatz manueller Techniken. Mit Hilfe eines komplexen Gleichgewichtssystems neigt der Körper zur Selbstregulierung oder Selbstheilung. Der Körper besitzt die natürliche Eigenschaft, sich selbst zu schützen und verfügt über eigene heilende Kräfte. Er kann bis zu einem bestimmten Punkt die Ursachen einer Krankheit überwinden oder sich diesen zumindest anpassen. Die strukturelle und funktionelle Einheit des Körpers zeigt sich in den verschiedenen Geweben, deren Funktionen und Zusammenwirken.

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Wie funktioniert Osteopathie eigentlich?

Unser Körper stimmt alle lebensnotwendigen Funktionen in ständiger Bewegung aufeinander ab. Ein Großteil dieser Mobilität ist uns selten bewußt.
Hierzu zählen der pulsierende Blutstrom, die rhythmische Atembewegung, die unwillkürliche Arbeit unserer Verdauungsorgane, die Strömung der Körperflüssigkeiten und schließlich die Bewegungen der Muskulatur, Sehnen, Gelenke und Bindegewebe.

Werden die Bewegungen einzelner Körperstrukturen eingeschränkt, beeinflußt das deren Funktion. Ist die Funktion einer Struktur gestört, zeigt sie sich in einer veränderten Beweglichkeit.

Nicht immer signalisiert uns der Körper eine Funktionsstörung durch Schmerzen oder andere Beschwerden. Unser Organismus ist sehr anpassungsfähig und kann manche "Störung", wie Fehlhaltungen, streßbedingte Verspannungen oder sogar Verletzungen lange Zeit ausgleichen.Dabei wird die eingeschränkte Funktion von anderen Körperstrukturen übernommen. So "verlagern" sich Funktionsstörungen und wirken sich auf andere Bereiche des Körpers aus.

Ist aber die Ausgleichsfähigkeit des Körpers erschöpft, dann genügt schon ein kleiner physischer oder psychischer Einfluß, umunverhältnismäßig starke Reaktionen hervorzurufen, diese können dann an einer ganz anderen Stelle des Körpers auftreten. So kann beispielsweise ein Luftzug oder eine ungeschickte Bewegung einen Hexenschuß provozieren.

Oft liegt also die "Lösung" für Beschwerden nicht dort, wo wir Schmerzen empfinden. Spätestens hier setzt die Aufgabe des Osteopathen an, indem er mit seinen Händen die Bewegungseinschränkungen löst, hilft er dem Körper, Funktionsstörungen zu beheben.

Der Osteopath leistet damit Hilfe zur Selbstheilung, denn durch die wiederhergestellte Bewegung befreit und unterstützt er unsere Selbstheilungskräfte, die so der gestörten Struktur zu ihrer normalen Funktion zurückverhelfen.

Durch seine genauen Kenntnisse der Anatomie und Physiologie dringt der osteopathisch behandelnde Arzt oder Heilpraktiker dabei von den Symptomen zu den Ursachen der Beschwerden vor und ordnet jede Störung und deren Behandlung in die Bewegungszusammenhänge des gesamten Organismus ein.

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Die Geschichte der Osteopathie

Der amerikanische Arzt Andrew Taylor Still (1828 – 1917) begründete vor über 120 Jahren die Osteopathie. Er reagierte damit auf den Mangel an Kenntnissen der damaligen Schulmedizin. Machtlos hatte er als Arzt mitansehen müssen, wie seine erste Frau und vier seiner Kinder an Krankheiten starben.
Deshalb suchte Still nach einem neuen Verständnis von Gesundheit, von Krankheit, vom menschlichen Körper und von dem, was Medizin sein sollte. Seine grundlegenden Einsichten bilden bis heute das Fundament der osteopathischen Medizin: Die Betrachtung des Organismus als Einheit, die Bedeutung der lebensnotwendigen Mobilität aller Gewebe im Körper, seine Fähigkeit zur Selbstregulierung und der enge Zusammenhang von Struktur und Funktion aller Teile. In Kirksville, Missouri, entstand 1892 die erste Schule der Osteopathie

Seit Stills Zeit hat sich die Osteopathie rasant weiterentwickelt und ist um wesentliche Bereiche ergänzt worden. Anfang des Jahrhunderts erreichte die Osteopathie England, in den fünfziger Jahren gelang sie nach Frankreich. Inzwischen gehört die Osteopathie in den USA und in einigen europäischen Ländern, insbesondere England, Belgien und Frankreich zu den bewährten und allgemein anerkannten Formen der Medizin.

Osteopathie in Deutschland

Seit Ende der achtziger Jahre haben sich in Deutschland verschiedene Schulen gegründet, die Ärzte, Heilpraktiker und Physiotherapeuten zu Osteopathen ausbilden.
Seit 1998 wird die Ausbildung auch Abiturienten angeboten.
Die im Verband der Osteopathen Deutschlands e.V. (VOD) vereinigten Schulen gewährleisten eine international anerkannte, qualifizierte Ausbildung zum Osteopathen. Dadurch verbessern sich auch in Deutschland zunehmend die Chancen, qualifizierte osteopathische Therapeuten zu finden. Adressen der in Ihrer Region praktizierenden Therapeuten können Sie entweder über den VOD oder über die im VOD vereinigten Schulen erfahren.

Der VOD vertritt die Osteopathen gegenüber den Behörden und hält Kontakt zu den entsprechenden internationalen Berufsverbänden.

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